Arme werden reicher…!

…weil Reiche ärmer geworden sind!

In Deutschland wird ja im Allgemeinen nur von relativer Armut gesprochen. Die bemisst sich nach Parametern wie dem Durchschnittseinkommen. Wer zu weit unter dem Schnitt liegt, gilt so als arm. Deshalb steigt auch z.B. in einem kleinen Dorf die Armut drastisch, wenn ein Millionär dort hinzieht. Weil dann im Durchschnitt alle reicher geworden sind. Das wird so berechnet, weil es absolute Armut (Definition) in Deutschland nicht gibt, sich aber viele Menschen auch hierzulande dem Kampf gegen Armut verschrieben haben.

Und wenn man sich über Reichtum beschwert, dort wo es keine Armut gibt, gilt man schnell als neidisch. Man kann zwar durchaus kritisieren, dass es viele Menschen gibt, die zum Teil unverschuldet auf sehr ungemütlich niedrigen Niveau leben, aber so richtig Drive bekommt die Kritik erst, wenn man von Armut, Armutsrisko, „Working poors“ usw. spricht. Wie wird nun wohl die Meldung aufgenommen, dass über die Wirtschaftskrise die Reichsten sehr kräftig an Vermögen verloren haben? Eigentlich will der gemeine Linke ja schon, dass die Reichen Federn lassen… wenn aber nun darüber die Armen weniger arm werden, nur weil ihre Armut sich nach dem Durchschnitt berechnet, der nun gesunken ist…?! Vielleicht sind die Armen ja im selben Zeitraum sogar absolut gesehen noch ärmer geworden und man müsste trotzdem von gesunkener Armut sprechen weil die Reichen noch stärker ärmer geworden sind…?

Sehr kompliziert das Ganze. Wahrscheinlich wird die Meldung einfach ignoriert werden.

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Eine Antwort

  1. Leider sind die Armen auch noch ärmer geworden… Gibt’s auch genügend Studien zu, siehe etwa bpb… Dein Einwand gegen die Bemessung von relativer Armut ist zwar insofern richtig, dass in einer Gruppe die relative Armut wächst, wenn ein Millionär hinzukommt, reell macht dies aber wenig aus, weil die Gruppen der relativ reichen und relativ armen sehr groß werden und man dann durchaus eine Aussagekraft attestieren kann…

    Aber abgesehen davon: Soll ich jetzt Mitleid mit Millionären haben, weil sie zu raffgierig am Aktienmarkt waren? Nein, sicher nicht. Ich habe Mitleid mit denen, die aufgrund dieser Krise entlassen wurden o.ä., obwohl sie nicht einmal das Geld hatten, um zu spekulieren…

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